Prävention: Was kann ich für meinen Darm selbst tun?

Eine unausgewogene Ernährung mit viel Fleisch- und Fettzufuhr, wenig ballaststoffreicher Ernährung, wie zuviel Zucker und Weißmehl und geringe Flüssigkeitszufuhr von weniger als 2l pro Tag sowie körperlicher Bewegungsmangel sind die Hauptursache für Erkrankungen des Enddarmes und Darmes.
Viel Flüssigkeit hält den Stuhl geschmeidig. Wichtig für einen gut geformten Stuhlgang ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Nur wenige Menschen trinken die notwendige Flüssigkeitsmenge von 2 – 2,5 Liter/ Tag. Bei Hitze, Fieber und sportlicher Betätigung muß noch mehr getrunken werden! Zu wenig Flüssigkeitszufuhr führt zu einer Eindickung des Darminhaltes und somit zu einer Verstopfung.
Kaffee und Alkohol entziehen dem Körper Wasser und machen eine negative Flüssigkeitsbilanz. Günstige Getränke sind Mineralwasser, Kräutertee, Früchtetee, Obst- und Gemüsesäfte. Schwarztee begünstigt die Verstopfung.

 

 

Ballaststoffreiche Ernährung
Bei faser- und ballaststoffreicher Ernährung (unverdauliche Pflanzenteile) handelt es sich um Quellstoffe. Mit ausreichender Flüssigkeit eingenommene Quell- und Ballaststoffe binden Wasser im Dickdarm. Dadurch machen sie den Stuhlgang geschmeidig und vergrößern das Stuhlvolumen. Über das vergrößerte Stuhlvolumen kommt es so zu einem aktivierenden Dehnungs- und Bewegungsreiz auf den Darm. Günstige Nahrungsmittel sind:
Obst und Gemüse, Vollkornbrot, 1-2 Eßl Weizenkleie oder Leinsamen täglich, z.B. in ein Müsli oder Yoghurt eingerührt. Auch die Einnahme von pflanzlichen Präparaten (z.B. indische Flohsamenschalen haben einen besonders hohen Faseranteil) fördern die Mobilität und Aktivität des Darmes. Allerdings werden diese Ballaststoffe durch Bakterien im Darm gespalten und können in der Anfangszeit unliebsame Nebenwirkungen wie Blähungen und Völlegefühl auslösen.


Vorsichtig mit Abführmitteln
Die weit verbreitete Einnahme – insbesondere pflanzlicher Abführmittel – ist nicht nur überflüssig, sondern kann sogar schädlich sein und Nebenwirkungen verursachen. Ihre Wirkung kann durch Wasser- und vor allem Salzverlust auf Dauer problematisch werden. Durch den häufigen und langfristigen Gebrauch kommt es gerade bei älteren Menschen häufig zu Mangelerscheinungen und durch Minderung von Kaliumsalzen zu einer Verstärkung der Verstopfung. Durch den ständigen flüssigen Stuhlgang fördern Sie darüber hinaus die Entstehung eines Haemorrhoidalleidens sowie anderer Enddarmerkrankungen.


Behutsame Analhygiene
Am wirkungsvollsten ist ein lauwarmes kurzes Sitzbad nach der Stuhlentleerung mit klarem Wasser ohne Zusatz von Seifen oder Parfums. Auch das Ausduschen der Afterregion mit dem Brausestrahl in der Hocke ist geeignet. Beim Abtrocknen sollte man nicht reiben sondern Tupfen und zwar mit einem weichen Toilettenpapier. Feuchttücher können durch darin enthaltene Duftstoffe Allergien auslösen.

 
Stuhlgangsverhalten
Häufigste Ursache für ein Haemorrhoidalleiden ist das falsche Stuhlgangsverhalten. Ausgelöst durch Bewegungsmangel und schlackenarmer Ernährung kommt es zu einer Verfestigung der Stuhlsäule. Bei der Defäkation muss stark gepresst werden. Der Haemorrhoidalplexus füllt sich mit Blut und drückt "nach unten". Unterstützt wird dies noch durch die häufig "langen Toilettensitzungen" z.B. beim Zeitungslesen. Empfehlenswert sind kurze Sitzungen von 2.-3. Minuten ohne Pressen bei der Entleerung. Beim Gefühl einer noch unvollständigen Entleerung lieber noch mal zu einem späteren Zeitpunkt auf die Toilette gehen.